Google-KI-Training deaktivieren: So gelingt der Opt-out
Eine geänderte Datenschutzeinstellung erlaubt Google, mehr Ihrer Daten fürs KI-Training zu speichern. So schalten Sie das ab, und darauf müssen Unternehmen im DACH-Raum achten.

Wer Google nutzt, trainiert dessen KI mit. Sie können das Google-KI-Training deaktivieren, indem Sie in den Konto-Einstellungen die Web- und App-Aktivität sowie die neue Kategorie „KI und maschinelles Lernen“ ausschalten und in den Gemini?Googles KI-Assistent, erreichbar unter gemini.google.com und in Google Workspace. Speichert Eingaben standardmäßig 18 Monate.-Apps die automatische Speicherung abstellen. Der Grund für die Aufregung: Eine kürzliche Änderung der Google-Datenschutzeinstellungen erlaubt dem Konzern, mehr Ihrer Daten zu speichern, darunter laut TechCrunch (6. Juli 2026) auch „Bilder, Dateien sowie Audio- und Videoaufnahmen“.
Das klingt nach großem Bruch, ist aber der nächste Schritt eines Musters, das sich seit 2024 abzeichnet. Google hat eine eigene Aktivitätskategorie für KI und maschinelles Lernen eingeführt, und sie ist standardmäßig aktiviert. Wer nichts tut, ist dabei.
Was hat Google konkret geändert?
Google speichert nun mehr Datenarten, um seine KI-Modelle zu verbessern, und die zuständige Einstellung ist von Haus aus eingeschaltet. Betroffen sind nicht nur Suchanfragen, sondern auch Texte, E-Mails, Dokumente sowie Medieninhalte wie Bilder und Aufnahmen.
Laut dem Praxisleitfaden von Jörg Schieb (2026) steuert eine seit 2024 eingeführte Kategorie, „ob eure Daten zum Training von Googles KI-Modellen verwendet werden dürfen“, und diese sei „standardmäßig aktiviert“. Ein zweiter Leitfaden desselben Autors beschreibt, dass Google „Texte, E-Mails und Dokumente“ analysiere, um die KI zu trainieren und Antworten zu personalisieren.
Mein Eindruck als Berater: Beunruhigend ist weniger die einzelne Einstellung als die Voreinstellung. Opt-out?Eine Voreinstellung ist aktiv, bis Sie sie selbst abschalten. Das Gegenteil ist Opt-in, bei dem Sie erst aktiv zustimmen müssen. statt Opt-in verlagert die Beweislast auf Sie. Bei privaten Fotos oder vertraulichen Dokumenten wird das schnell heikel.
Wie kann ich das Google-KI-Training deaktivieren?
Sie schalten das Google-KI-Training über die Aktivitätseinstellungen Ihres Kontos ab, auf dem Smartphone wie im Browser. Wichtig vorab: Das Ausschalten stoppt nur die künftige Erfassung. Bereits gespeicherte Daten müssen Sie separat löschen.
Auf Android-Geräten, laut Schiebs Anleitung (2026):
- In die Systemeinstellungen gehen: Einstellungen > Google > Google-Konto verwalten > Daten und Datenschutz.
- Den Schalter „Web- und App-Aktivität“ ausschalten, da er auch KI-Funktionen speist.
- Prüfen, ob der Standortverlauf deaktiviert ist.
- Auf die neuen Bereiche achten, vor allem „YouTube-Verlauf“, „Anzeigenpersonalisierung“ und „KI und maschinelles Lernen“, und dort den Schalter gezielt deaktivieren.
Im Browser (Desktop, iPhone, iPad):
- Im Google-Konto einloggen und die Seite mit den Konto-Aktivitäten öffnen.
- „Web- und App-Aktivität“ und den Standortverlauf ausschalten.
- Prüfen, ob es einen eigenen Bereich für „KI und maschinelles Lernen“ gibt, und diesen ausdrücklich deaktivieren.
Bestehende Daten löschen: Über das Dashboard „Meine Aktivitäten“ sehen Sie gespeicherte Suchanfragen, YouTube-Verläufe und Standortdaten und entfernen sie gezielt. Dort lassen sich auch Auto-Löschfristen einstellen, etwa 3, 18 oder 36 Monate.
Was gilt speziell für Gemini, den KI-Assistenten?
Bei den Gemini-Apps gelten eigene Regeln: Standardmäßig speichert Google Ihre Eingaben 18 Monate und nutzt sie unter anderem, um das KI-System zu trainieren. Sie können diese Frist ändern oder die Speicherung ganz abschalten.
Laut Datenschutz.org (2026) lässt sich die Speicherdauer auf 3 Monate verkürzen, auf 36 Monate verlängern oder unbegrenzt setzen. Für den strengsten Datenschutz schalten Sie die automatische Speicherung vollständig ab:
- Gemini öffnen (gemini.google.com).
- Auf das Profilbild klicken.
- „Aktivitäten in Gemini Apps“ wählen.
- Auf „Deaktivieren“ klicken und zwischen „Deaktivieren“ oder „Deaktivieren und Aktivitäten löschen“ wählen.
Eine Einschränkung bleibt: Auch bei kompletter Deaktivierung speichert Google Unterhaltungen laut Datenschutz.org bis zu 72 Stunden zwischen. Wer sensible Inhalte eintippt, sollte das wissen.
Was müssen Unternehmen im DACH-Raum nach der DSGVO beachten?
Für Unternehmen reicht das private Opt-out nicht. Sobald Google-Dienste personenbezogene Daten im Auftrag verarbeiten, greifen die Pflichten der DSGVO. Das betrifft Transparenz, Rechtsgrundlage, Verträge und Speicherfristen.
Die zentralen Punkte aus der aktuellen juristischen Einordnung:
- Rechtsgrundlage und Transparenz: Wer personenbezogene Daten verarbeitet, „muss darüber in seiner Datenschutzerklärung aufklären“ und eine passende Rechtsgrundlage definieren, so eRecht24 (2026).
- AV-Vertrag?Auftragsverarbeitungsvertrag nach DSGVO. Regelt, wie ein Dienstleister wie Google personenbezogene Daten in Ihrem Auftrag verarbeiten darf.: Wer Gemini in Google Workspace oder über die Google Cloud nutzt, braucht laut eRecht24 einen Auftragsverarbeitungsvertrag mit Google.
- Datenminimierung?DSGVO-Grundsatz: Es dürfen nur so viele personenbezogene Daten verarbeitet werden, wie für den Zweck wirklich nötig sind.: Keine sensiblen Daten wie Gesundheits- oder Finanzangaben und keine Geschäftsgeheimnisse ins KI-Tool eingeben. Am rechtssichersten sei es, „personenbezogene Daten gar nicht erst in das KI-Tool einzuspeisen“.
- Restverarbeitung: Selbst bei deaktivierten Aktivitäten könnten laut Schieb „viele Datensammlungen weiterlaufen … nur halt anonymisiert oder für ‚technische Zwecke‘“. Prüfen Sie das und halten Sie es im Verarbeitungsverzeichnis fest.
Aus meiner Beratungspraxis kenne ich hier den häufigsten Fehler: Teams starten mit einem Google-KI-Tool, ohne die Rechtsgrundlage geklärt zu haben. Später bessern sie nach, teuer und unter Zeitdruck. Wer die Kompetenzpflichten und Verantwortlichkeiten früh sortiert, spart sich das. Will Ihr Team die Pflichten aus dem EU AI Act und der DSGVO systematisch aufarbeiten, kann eine Schulung zur KI-Kompetenz nach EU AI Act, die Rechtsgrundlagen und Pflichten praxisnah durchgeht, den Einstieg strukturieren. Sie ersetzt keine Rechtsberatung, gibt aber Geschäftsführung und Compliance eine gemeinsame Grundlage.
Lohnt sich der Aufwand überhaupt?
Ja, für alle, denen Kontrolle über eigene Inhalte wichtig ist, und zwingend für Unternehmen mit personenbezogenen Daten. Der private Opt-out kostet zehn Minuten. Die betriebliche Absicherung braucht Verträge und Dokumentation, ist aber Pflicht, nicht Kür.
Wer grundsätzlich zweifelt, ob proprietäre Anbieter die richtige Wahl sind, findet in unserer Einordnung zu proprietären KI-Modellen und dem Risiko des Datenverlusts weitere Argumente für die Debatte über Datenhoheit.
Zurück zur Ausgangsfrage: Trainieren Sie Googles KI mit, wenn Sie Google nutzen? In der Voreinstellung ja. Ob das so bleibt, entscheiden Sie mit ein paar Schaltern und, im Unternehmen, mit sauberen Verträgen. Der nächste Schritt ist nicht die nächste App, sondern der ehrliche Blick, welche Ihrer Daten dort überhaupt landen dürfen.
Wie stehen Sie dazu, dass Google Ihre Daten für KI-Training nutzt?
Ergebnisse sehen Sie nach Ihrer Stimme.
Häufige Fragen
Verliere ich frühere Daten, wenn ich das KI-Training jetzt abschalte?
Das Abschalten wirkt für die Zukunft. Bereits gespeicherte Aktivitäten bleiben zunächst erhalten. Löschen Sie sie deshalb zusätzlich manuell in den Aktivitätseinstellungen, etwa über die automatische Löschung nach drei Monaten. Erst dann sind Ihre älteren Texte, Suchanfragen und Medieninhalte tatsächlich aus dem Verlauf verschwunden.
Reicht es, nur die Kategorie „KI und maschinelles Lernen“ auszuschalten?
Nein. Sie sollten zusätzlich die Web- und App-Aktivität deaktivieren und in den Gemini-Apps die automatische Speicherung abstellen. Google verknüpft mehrere Aktivitätsarten. Wer nur einen Schalter umlegt, lässt oft andere Datenquellen offen. Prüfen Sie deshalb alle drei Einstellungen im Google-Konto einzeln.
Gilt der Opt-out auch für Firmenkonten mit Google Workspace?
Bei Workspace gelten andere Regeln. Hier greift meist ein Auftragsverarbeitungsvertrag, der die Nutzung von Kundendaten fürs Training einschränkt. Prüfen Sie dennoch die Admin-Konsole und die Vertragsbedingungen, denn Zusatzdienste außerhalb des Kernpakets können eigene Datenschutzregeln haben. Für Teams lohnt eine klare interne Vorgabe.
Ist die Opt-out-Voreinstellung mit der DSGVO vereinbar?
Rechtlich umstritten. Die DSGVO verlangt für viele Verarbeitungen eine informierte Einwilligung, also eher Opt-in als Opt-out. Ob Googles Voreinstellung standhält, klären letztlich Aufsichtsbehörden und Gerichte. Als Nutzer sollten Sie sich nicht darauf verlassen, sondern die Einstellungen aktiv prüfen und heikle Inhalte wie private Fotos schützen.
Betrifft das auch Gmail und meine Dokumente in Google Docs?
Laut den zitierten Leitfäden analysiert Google auch Texte, E-Mails und Dokumente, um die KI zu trainieren und Antworten zu personalisieren. Betroffen sind demnach nicht nur Suchanfragen. Wer vertrauliche Inhalte in Gmail oder Docs hat, sollte die Aktivitätseinstellungen abschalten und sensible Dateien gegebenenfalls außerhalb der Cloud ablegen.
Wie behalte ich bei mehreren Google-Diensten den Überblick?
Legen Sie einmal alle drei Schalter um und prüfen Sie sie nach jedem größeren Update erneut, da Google die Voreinstellungen seit 2024 mehrfach geändert hat. Für Teams hilft eine Schulung, die zeigt, welche Daten Gemini, NotebookLM und Veo verarbeiten und wie sich das steuern lässt.
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