OpenAI kauft NextSlide – die Folie aus dem Prompt fehlt noch
Ein kleines Team wechselt zu ChatGPT. Ein fertiges Produkt gibt es bisher nicht.

OpenAI NextSlide ist keine neue ChatGPT-Funktion, sondern eine Übernahme. OpenAI hat das Präsentations-Startup NextSlide gekauft und dessen Team in die ChatGPT-Entwicklung geholt. Öffentlich machte OpenAI den Schritt am 8. August 2026, wie TechCrunch berichtet. Ein fertiges Werkzeug, das aus einem Prompt?Die Texteingabe, mit der man ein KI-System anweist, etwa „Erstelle eine Präsentation zum Quartalsbericht“. eine Foliengalerie baut, gibt es bislang nicht.
Wer schon im Kalender vermerkt hat, dass PowerPoint nun ausgedient habe, sollte den Bleistift wieder wegstecken. Bestätigt sind der Kauf und der Teamwechsel. Mehr nicht.
Was hat OpenAI bei OpenAI NextSlide tatsächlich übernommen?
OpenAI übernahm das Team und die Technik von NextSlide, kein Produkt für ChatGPT. NextSlide beschrieb sich als Werkzeug, das Eingaben in fertige Folien verwandelt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten laut TechCrunch nun an ChatGPT. Die finanziellen Konditionen blieben ungenannt.
Auf seiner Website warb das Startup damit, dass es Eingaben wie „Prompts, Notizen, Dokumente oder Research“ in eine „ausgefeilte, bearbeitbare Präsentation“ verwandle (im Original: „polished, editable presentation“). Das ist die Kernidee. Sie klingt vertraut, weil viele KI-Foliengeneratoren sie teilen.
Mitgründer Ahmed Beshry ordnete den Wechsel als Fortsetzung ein. Sein Team werde „dieselbe Mission verfolgen: KI-Produkte bauen, die Menschen helfen, zu gestalten, zu kommunizieren und ihre Ideen in sinnvolle Arbeit zu verwandeln“ („continue pursuing that same mission: building AI products that help people create, communicate, and turn their ideas into meaningful work“).
Warum kommt die Meldung erst Monate nach dem Deal?
Weil OpenAI den Abschluss später kommunizierte, als er stattfand. Beshry sagte gegenüber TechCrunch, die Ankündigung komme „ein paar Monate zu spät“ („a few months late“), da die Übernahme „früher in diesem Jahr“ erfolgt sei. Andere Berichte bestätigen den frühen Abschluss 2026.
Diese Lücke zwischen Deal und Kommunikation ist verräterischer, als sie wirkt. Sie zeigt, dass es hier nicht um einen Produktstart geht, sondern um einen sogenannten Acqui-Hire?Übernahme eines Start-ups vor allem wegen seines Teams, nicht wegen Produkt oder Umsatz. Die Marke verschwindet meist, die Köpfe wechseln zum Käufer.: OpenAI kauft vor allem Köpfe, keine Marke. Solche Deals schließt man oft leise und vermeldet sie noch leiser.
Das Portal ad-hoc-news berichtete am 8. August 2026 ebenfalls von einem bereits früh im Jahr finalisierten Kauf. Den zeitlichen Abstand decken damit mehrere Quellen, die Höhe des Kaufpreises keine.
Was bedeutet OpenAI NextSlide für Ihre Meetings und PowerPoint?
Vorerst wenig Konkretes, mittelfristig womöglich viel. Ein Präsentationsfeature in ChatGPT belegen die Quellen nicht. Was sich abzeichnet, ist die Richtung: OpenAI will den Weg von der Idee zur fertigen Folie verkürzen. Für den Büroalltag heißt das, dass die Grenze zwischen Chatfenster und Präsentationssoftware durchlässiger wird.
Zur Einordnung hilft eine nüchterne Trennung:
- Bestätigt: die Übernahme, der Teamwechsel zu ChatGPT, die frühe Finalisierung 2026.
- Erwartbar, aber unbelegt: ein Foliengenerator direkt in ChatGPT, ausgelöst per Prompt.
- Offen: Preis, Zeitplan, Integrationstiefe, Umgang mit Corporate Design und Vorlagen.
Präsentationen sind ein zäher Markt. PowerPoint sitzt in nahezu jedem Unternehmen, verankert in Vorlagen, Freigabeprozessen und Gewohnheiten. Ein Werkzeug, das schöne Folien erzeugt, löst das Problem der ersten Rohfassung. Es löst nicht das Problem der letzten Meile: Konzernlayout, Faktentreue, Freigabe durch drei Instanzen.
Genau dort entscheidet sich der Nutzen. Wer schon einmal einen KI-Foliensatz vor einem Vorstand nachbessern musste, kennt die Rechnung. Die Zeitersparnis beim Entwurf fressen Korrekturschleifen auf, wenn Zahlen wackeln. Dass generative Systeme Inhalte plausibel, aber falsch ausgeben, ist kein Randproblem, sondern ein Betriebsrisiko, wie es sich auch bei anderen Automatisierungen zeigt. Vergleichbare Fallstricke haben wir am Beispiel manipulierter Office-Dokumente beschrieben.
Würden Sie einen ChatGPT-Foliengenerator in Ihrem Arbeitsalltag einsetzen?
Ergebnisse sehen Sie nach Ihrer Stimme.
Was sollten Unternehmen jetzt konkret tun?
Abwarten, aber vorbereiten. Ein reales Produkt gibt es noch nicht, also ist Aktionismus fehl am Platz. Sinnvoll ist, die eigene Präsentationslandschaft zu prüfen, damit ein möglicher ChatGPT-Foliengenerator später nicht am Corporate Design scheitert.
- Vorlagen und Design-Regeln so dokumentieren, dass ein KI-Werkzeug sie überhaupt befüllen könnte.
- Festlegen, welche Inhalte niemals ungeprüft in eine Folie wandern dürfen, etwa Finanzzahlen und Rechtsaussagen.
- Eine Person benennen, die neue Funktionen testet, bevor sie im Kundentermin landen.
Mein Eindruck aus Projekten: Selten ist die Foliengenerierung der Engpass. Der Engpass ist die Freigabe. Wer den Entwurf beschleunigt, aber die Kontrolle behält, gewinnt. Wer der Maschine die Verantwortung überlässt, verliert sie beim ersten falschen Diagramm.
Bis OpenAI ein Präsentationsfeature zeigt, bleibt NextSlide ein Personalzugang mit klarer Absicht. Die Folie aus dem Prompt ist angekündigt, nicht ausgeliefert. Fragen Sie in einem halben Jahr noch einmal nach dem Produkt, nicht nach dem Deal.
Häufige Fragen
Kann ich jetzt in ChatGPT aus einem Prompt fertige Folien erzeugen?
Nein. OpenAI hat das Team und die Technik von NextSlide gekauft, aber kein fertiges Werkzeug in ChatGPT ausgeliefert. Bestätigt sind laut TechCrunch nur der Kauf und der Teamwechsel. Wann oder ob eine Foliengenerierung in ChatGPT erscheint, sagte OpenAI nicht.
Bedeutet die Übernahme das Ende von PowerPoint?
Nein. Diesen Schluss deckt die Meldung nicht. OpenAI übernahm ein Start-up und dessen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die nun an ChatGPT arbeiten. Ein konkurrierendes Produkt existiert bislang nicht. Wer schon das Ende von PowerPoint eingetragen hat, sollte den Bleistift wieder wegstecken.
Was genau hat NextSlide gemacht?
NextSlide beschrieb sich als Werkzeug, das Eingaben in fertige Folien verwandelt. Auf seiner Website warb das Start-up damit, Prompts, Notizen, Dokumente oder Research in eine ausgefeilte, bearbeitbare Präsentation zu überführen. Diese Idee teilen viele KI-Foliengeneratoren, sie ist also nicht neu.
Was hat OpenAI für NextSlide bezahlt?
Das ist nicht bekannt. Die finanziellen Konditionen der Übernahme blieben ungenannt. OpenAI machte den Schritt am 8. August 2026 öffentlich, wie TechCrunch berichtet, teilte aber weder Kaufpreis noch weitere Vertragsdetails mit.
Warum wurde der Deal erst Monate später bekannt?
Weil OpenAI den Abschluss später kommunizierte, als er stattfand. Mitgründer Ahmed Beshry sagte gegenüber TechCrunch, die Ankündigung komme ein paar Monate zu spät. Solche verzögerten Bekanntgaben sind bei Übernahmen nicht ungewöhnlich, ändern aber nichts am Stand: Team gewechselt, Produkt offen.
Gibt es schon KI-Werkzeuge, die aus Prompts Präsentationen bauen?
Ja. Beshry selbst räumte ein, die Kernidee klinge vertraut, weil viele KI-Foliengeneratoren sie teilen. Wer heute Folien per KI erstellen will, findet bereits Anbieter am Markt. Wichtig ist dabei, Prompts so abzulegen, dass sich brauchbare Ergebnisse wiederfinden und erneut nutzen lassen.
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