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ChatGPT Astra ist OpenAIs erstes „kritisches“ Modell

OpenAI stuft sein neues Modell erstmals in die höchste Risikostufe für Cybersicherheit ein. Die stärksten Funktionen sehen zunächst nur wenige ausgewählte Tester.

Lukas GörögLukas Görög2 Min. Lesezeit
ChatGPT Astra findet Lücken allein. Ein Datum fehlt
ChatGPT Astra findet Lücken allein. Ein Datum fehlt

OpenAI hat am 2. September 2026 in einem Blogbeitrag mit dem Titel „Path to Astra“ erklärt, das neue Modell ChatGPT Astra habe die interne Stufe „Critical“ für Cybersicherheits-Fähigkeiten erreicht. Das ist die höchste Kategorie im hauseigenen Preparedness FrameworkOpenAIs eigenes Raster, mit dem das Unternehmen gefährliche Fähigkeiten seiner Modelle in Stufen einordnet. Die höchste Stufe heißt „Critical“. – jenem Raster, mit dem das Unternehmen gefährliche Fähigkeiten seiner Modelle einordnet. Verfügbar machen wolle man Astra „soon“. Ein Datum steht nicht dabei.

Was die Einstufung bedeutet, beschreibt OpenAI ungewöhnlich direkt: Mit den passenden Werkzeugen und Zugriffsrechten könne das Modell bislang unbekannte Sicherheitslücken in gut geschützten Systemen finden und Wege entwickeln, sie auszunutzen – ohne dass ein Mensch jeden einzelnen Schritt vorgeben müsse. CNBC berichtete darüber am 1. September, einen Tag vor dem Blogbeitrag. Deutsche Medien fassten es knapper: Astra könne Schwachstellen in Computersystemen finden und ausnutzen.

Neu ist daran, dass ein Hersteller sein eigenes Modell erstmals in die höchste Risikostufe der eigenen Skala einsortiert und die Einschränkung ankündigt, bevor das Produkt existiert.

Hundert Prozent gegen gehärtete Systeme

Öffentlich belegt ist das mit einem Benchmark-Ergebnis. Astra habe 100 Prozent auf „ExploitBench“ erreicht und funktionierende Angriffsketten („working exploit chains“) gegen einen gehärteten Browser und ein gehärtetes Betriebssystem erzeugt. Gehärtet heißt hier: Die Systeme sind gegen bekannte Angriffe bereits abgesichert. Aus diesem Ergebnis leitet OpenAI die Einordnung in die oberste Cyber-Stufe ab.

Nachprüfen lässt sich das derzeit nicht. Die Zahl kommt vom Anbieter selbst, eine unabhängige Bewertung der Testumgebung fehlt, und was genau in „ExploitBenchEin Testverfahren, das prüft, wie gut ein KI-Modell Sicherheitslücken findet und ausnutzt. Details zum Aufbau sind bislang nicht öffentlich.“ steckt, geht aus der Berichterstattung nicht hervor. Ein Modell, das im kontrollierten Testaufbau eine perfekte Trefferquote erzielt, schafft das im echten Unternehmensnetz nicht automatisch auch. Die Einstufung sagt bislang vor allem etwas über OpenAIs eigene Risikoeinschätzung.

ChatGPT Astra soll eng überwacht werden

Der Zugang zu den stärksten Cyber-Funktionen werde „more limited“ sein, schreibt OpenAI. Zuerst bekommen ihn Alpha-Tester: laut Fortune und Bloomberg Personen und Organisationen, die kritische digitale Infrastruktur schützen, darunter US-Behörden und Firmen in einem „trusted access program“. Breiter, aber weiter kontrolliert soll der Zugang über das Programm Daybreak BlueOpenAI-Programm, über das geprüfte Tester Zugang zu den stärksten Modellen für Verteidigungszwecke in der Cybersicherheit erhalten sollen. laufen, das geprüften Testern die defensive Nutzung erlaubt. Dazu kommt zusätzliches Training: Astra soll schädliche Cyber-Anfragen zuverlässiger abweisen, und eine Überwachung soll nicht genehmigte Aktivitäten stoppen.

Nicht bestätigt ist dagegen das, was in der Praxis zählt. Es gibt kein Launch-Datum, keine Angabe, ob die Fähigkeiten über eine Schnittstelle oder in ChatGPT selbst landen, und keine Aussage dazu, was „breite Verfügbarkeit“ konkret heißt. Alle Formulierungen bleiben im Konditional. Der Bayerische Rundfunk sieht Astra zudem als Reaktion auf einen vorangegangenen Sicherheitsvorfall, also als stärker abgesicherte Modellgeneration.

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