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Recht & Regulierung

Disney, Universal, Warner: Google bietet Geld für KI-Trainingsdaten. Die Verträge helfen auch vor Gericht

Berichte vom 31. August 2026 nennen Disney, Universal und Warner Bros. Discovery als angesprochene Studios. Unterschrieben ist nichts, und die Rechte der Darsteller bremsen die Gespräche.

Lukas GörögLukas Görög2 Min. Lesezeit
Google umwirbt Hollywood: Lizenzen werden zur Preisfrage
Google umwirbt Hollywood: Lizenzen werden zur Preisfrage

Google verhandelt Berichten zufolge mit Hollywood über Lizenzen für KI-TrainingsdatenTexte, Bilder, Videos oder Töne, mit denen ein KI-Modell gelernt hat. Ihre Herkunft entscheidet, welche Rechte an den Ergebnissen bestehen.. Damit verschiebt sich die Auseinandersetzung: Es geht nicht mehr darum, ob Modelle mit geschütztem Material trainieren dürfen, sondern zu welchem Preis und mit wem. Angesprochen wurden laut Los Angeles Times vom 31. August 2026 und The Verge unter anderem Disney, Universal und Warner Bros. Discovery.

Formell unterschrieben ist bisher nichts. Der Branchendienst Superpowerdaily berichtet, offene Rechte an Darstellern und Talenten hielten die Abschlüsse auf. Ein Studio besitzt einen Film, aber nicht automatisch jedes Gesicht und jede Stimme darin. Kolportiert wird eine Größenordnung von 40 Millionen Dollar je Figur für ein Studio wie Disney oder Pixar. Die Zahl stammt aus einem Weiterverbreitungsartikel vom 2. September 2026, der sich auf die ursprüngliche Berichterstattung stützt, und sie ist nicht bestätigt.

Warum verhandelt Google jetzt über Lizenzen für KI-Trainingsdaten?

Weil Geld inzwischen billiger ist als ein Urteil. Die US-Gerichte begannen 2025 und 2026, Linien zwischen erlaubtem Training, Piraterie und Marktschaden zu ziehen — so fasste es Reuters am 16. März 2026 zusammen. Im Juli 2026 kam laut TechCrunch eine weitere Klage großer Verlage hinzu.

Lizenzen wirken doppelt: Sie beschaffen Material, und sie verändern die Prozesslage. Bloomberg Law schreibt, Googles umfangreiche Lizenzverträge könnten die Zulassung einer SammelklageEin Verfahren, in dem viele Betroffene gemeinsam klagen. Sie muss vom Gericht zugelassen werden, was voraussetzt, dass die Fälle ähnlich genug sind. erschweren, weil sich die Rechtsposition der Kläger dann stark unterscheide. Der Fachdienst Mlex berichtet dasselbe aus dem laufenden Verfahren, in dem Autorinnen und Illustratoren laut Courthouse News eine Sammelklage aller Rechteinhaber anstreben. Wer viele Rechteinhaber einzeln bezahlt, zersplittert die Gegenseite.

Was riskieren Disney, Universal und Warner Bros. Discovery?

Mehr als Google. The Verge argumentiert, Google brauche Hollywood dringender als die Studios die KI, und die Nachteile seien ungleich verteilt: Für Google ist ein Abschluss ein Einkauf, für ein Studio ein Eingriff in die eigene Substanz. Der Fachdienst Rightstech erinnert am 2. September 2026 an die Pointe: Dieselben Studios, die wegen KI geklagt haben, sollen nun Werkzeuge desselben Lagers nutzen.

Drei Posten stehen auf der Rechnung der Studios:

  • Einmalige Zahlungen und diskutierte Umsatzbeteiligungen gegen einen dauerhaften Kontrollverlust über Figuren und Archive.
  • Konflikte mit Gewerkschaften und Talenten, deren Persönlichkeitsrechte in den Verträgen nicht mitverkauft sind.
  • Der eigene Prozessweg, der nach einer Lizenz schwerer zu begehen ist.

Verhandelt wird nicht mehr das Ob, sondern der Preis.

Was folgt daraus für Unternehmen, die KI einsetzen?

Trainingsdaten werden zum Kostenblock, und dieser Block wandert nach unten. Zahlen Modellanbieter Lizenzen, dann zahlen sie aus Erlösen der Nutzer, also aus Ihren Abos, Ihren TokenKleinste Abrechnungseinheit bei Sprachmodellen, ungefähr ein Wortteil. Nutzung wird meist pro Token bezahlt., Ihren Werbebudgets. Zugleich entsteht ein Vorteil, der nichts mit Technik zu tun hat: Große Anbieter können sich Datenzugang kaufen, kleinere und offene Projekte nicht.

Praktisch heißt das: Fragen Sie Anbieter nach der Herkunft der Trainingsdaten und nach Freistellungen bei Urheberrechtsklagen. Klären Sie in eigenen Produktionen früh, wem Stimme, Gesicht und Figur gehören. Wer mit KI Inhalte produziert, sollte auch dorthin schauen, wo KI-generierte Kurzdramen bereits ganze Produktionsketten verdrängen.

Offen bleibt die unbequemste Frage, und sie bleibt es vorerst: Was ist eine Figur wert, wenn ein Modell sie nach der Lizenz beliebig oft neu erfinden darf? Bis dahin gilt der Satz, der diese Verhandlungsrunde beschreibt: Wer bezahlt, klagt nicht mehr.

Häufige Fragen

Was würde Google mit einer Lizenz für KI-Trainingsdaten konkret erwerben?

Eine Lizenz würde Google erlauben, bestimmte geschützte Inhalte für das Training von KI-Modellen zu nutzen. Welche Filme, Figuren, Stimmen oder sonstigen Materialien darunterfallen, müssten die Verträge genau festlegen. Ein Studio kann über einen Film verfügen, besitzt aber nicht automatisch sämtliche Rechte an den darin auftretenden Darstellern und Talenten.

Warum reichen Verträge mit den Studios allein offenbar nicht aus?

Studios kontrollieren ihre Film- und Serienrechte, aber nicht zwingend jede Stimme, jedes Gesicht und jede Darstellung. Für eine KI-Nutzung könnten deshalb zusätzliche Zustimmungen nötig sein. Laut Superpowerdaily verzögern offene Rechte an Darstellern und Talenten die Gespräche. Formell unterschrieben sei bislang kein Vertrag, heißt es in den vorliegenden Berichten.

Ist die genannte Summe von 40 Millionen Dollar je Figur realistisch?

Die Summe von 40 Millionen Dollar je Figur wird in einem Weiterverbreitungsartikel genannt, der sich auf frühere Berichte stützt. Bestätigt ist sie nicht. Deshalb lässt sich daraus weder ein offizieller Preis noch ein allgemeiner Marktstandard ableiten. Die tatsächlichen Kosten dürften vom Umfang der Rechte und vom jeweiligen Vertrag abhängen.

Würde eine Lizenz Googles Urheberrechtsprobleme vollständig lösen?

Nein. Eine Lizenz könnte die Nutzung bestimmter Inhalte rechtlich absichern, beantwortet aber nicht automatisch alle Fragen des Urheberrechts. Andere Rechteinhaber könnten weiterhin Ansprüche erheben. Zudem bleibt offen, welche Trainingsdaten bereits verwendet wurden und welche Inhalte künftige Verträge abdecken. Die Verhandlungen würden Googles Rechtsrisiko vermutlich verringern, nicht beseitigen.

Warum könnten Lizenzverträge laufende Sammelklagen beeinflussen?

Wenn Google viele Rechteinhaber einzeln vertraglich absichert, unterscheiden sich deren Rechtspositionen stärker. Bloomberg Law zufolge könnte das die Zulassung einer Sammelklage erschweren. Mlex berichtet ebenfalls über diesen möglichen Effekt. Ein Vertrag beendet laufende Verfahren jedoch nicht automatisch. Entscheidend wäre, welche Ansprüche er abdeckt und welche Rechteinhaber außen vor bleiben.

Was passiert als Nächstes, wenn sich Google und Hollywood einigen?

Zunächst müssten die Parteien konkrete Inhalte, Rechte, Laufzeiten und Vergütungen festlegen. Danach wäre zu prüfen, welche Darsteller und weiteren Rechteinhaber zustimmen müssen. Eine Einigung könnte Googles Zugang zu Trainingsmaterial sichern und die Prozessstrategie verändern. Ob sie zustande kommt, ist offen; laut den vorliegenden Berichten gibt es bisher keine formell unterschriebenen Verträge.

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