Gescheiterte KI-Projekte: 303 Tools im Friedhofsregister
Das Verzeichnis ToolDirectory.AI zählt zum 15. September 2026 genau 303 abgeschaltete oder übernommene KI-Tools. OpenAI hat seine Assistants API am 26. August 2026 eingestellt.

TechCrunch führt seit dem 14. September 2026 eine laufend aktualisierte Liste eingestellter KI-Produkte und KI-Start-ups, überschrieben mit „The AI graveyard“. Darin stehen nicht nur abgeschaltete Dienste, sondern auch Vorhaben, die hinter ihren Ankündigungen zurückblieben: Apples mehrfach verschobene Siri-KI und der holprige Start der sogenannten Super-App von OpenAI. Gescheiterte KI-Projekte verschwinden nach dem Muster der Liste selten wegen schwacher Modelle. Sie werden eingestellt oder in größere Produkte eingegliedert.
Eine zweite Zählung liefert Größenordnungen. Das Verzeichnis ToolDirectory.AI führt zum 15. September 2026 genau 303 KI-ToolsFinden Sie die richtigen KI-Tools für Ihr Unternehmen., die abgeschaltet oder übernommen wurden: 146 davon sind ganz verschwunden, 70 wurden gekauft und danach eingestellt.
Relay schließt nach fünf Jahren
Das Automationstool Relay, gebaut als Alternative zu Zapier, hat den Betrieb in der Woche vor dem 15. September eingestellt. Der syndizierte TechCrunch-Bericht nennt rund fünf Jahre Laufzeit. Den Anlass beschreiben die Zusammenfassungen gleichlautend: Große Plattformen bauten vergleichbare Automationsfunktionen direkt in ihre eigenen Produkte ein. Das Modell hinter Relay war nicht das Problem.
Ähnlich liegt der Fall bei Notion Mail, einem KI-gestützten E-Mail-Dienst aus dem Produktivitätsangebot von Notion. Abgeschaltet wird am 22. September 2026. Ob dahinter eine EntscheidungWerden Sie zur KI-kompetenten Führungskraft. über das Portfolio steckt, sagen die zugänglichen Ausschnitte nicht. Sie nennen Datum und Status.
Auch Plattformanbieter räumen auf
Der Friedhof besteht nicht nur aus Start-ups. Eine am 14. September 2026 aktualisierte Übersicht zu Modell-Abschaltungen verzeichnet, dass OpenAI die Assistants API?Schnittstelle von OpenAI, mit der Entwickler eigene Assistenten bauen konnten. Sie wurde am 26. August 2026 abgeschaltet; Ersatz sind Responses API und Conversations API. am 26. August 2026 abgeschaltet hat; als Ersatz gelten Responses API und Conversations API. Für den 24. September 2026 sind die Modelle sora-2 und sora-2-pro samt Videos API angekündigt, für den 28. September ältere Completion-Modelle wie gpt-3.5-turbo-instruct. Der Shutdown-Tracker von AgentDeals, Stand 15. September 2026, führt für denselben 24. September die vollständige Entfernung von Gemini 2.0 Flash und Flash-Lite.
Wer einen Assistenten auf einer solchen Schnittstelle gebaut hat, sitzt an einem Migrationstermin, nicht an einer Modellfrage. Für die Videos API nennt die Übersicht keinen direkten Nachfolger.
Für Unternehmensvorhaben kursiert eine Quote: Rund 42 Prozent der Corporate-KI-Initiativen würden am Ende verworfen, zitiert der Nachrichtenaggregator TLDRocket in seiner Zusammenfassung des TechCrunch-Stücks. Eine Studie oder eine Methodik nennt er dazu nicht. Die Zahl ist eine Branchenschätzung, sie taugt als Hinweis, nicht als Beleg.
Die Sammlungen belegen den Einstellungsgrund, nicht die Ursachenkette: Weder Nutzerzahlen noch Finanzierungssummen der einzelnen Projekte lassen sich aus den vorliegenden Ausschnitten prüfen. Der Analyseblog Progressive Robot hat angekündigt, Laufzeit und eingesetzte Summen aller Einträge nachzutragen. Wer heute eine KI-Anwendung einkauft, kann aus Relay und der Assistants API eine Frage ableiten: Was passiert, wenn der Anbieter die Funktion in ein größeres Produkt schiebt oder die Schnittstelle in vier Wochen abschaltet. Eine Antwort darauf steht in keiner der Listen.
Häufige Fragen
Warum scheitern KI-Produkte, obwohl ihr Modell funktioniert?
Der Fall Relay deutet auf ein Geschäftsproblem hin: Große Plattformen bauten ähnliche Automationsfunktionen direkt in ihre Angebote ein. Ein eigenständiger Dienst verliert dann leichter seinen Platz, selbst wenn die Technik trägt. Für Anbieter zählen daher auch Vertrieb, Bindung an Plattformen und ein tragfähiges Geschäftsmodell.
Welche Fälle erfasst die Liste von TechCrunch?
TechCrunch zählt abgeschaltete KI-Produkte und Start-ups. Die Liste enthält auch Vorhaben, die hinter ihren Ankündigungen zurückblieben. Genannt werden etwa Apples mehrfach verschobene Siri-KI und OpenAIs holpriger Start einer sogenannten Super-App. Ein Eintrag bedeutet deshalb nicht zwingend, dass ein Dienst vollständig eingestellt wurde.
Was ändert sich für Nutzer der betroffenen Dienste?
Relay ist seit der Woche vor dem 15. September 2026 nicht mehr verfügbar. Notion Mail soll am 22. September abgeschaltet werden. OpenAI beendete die Assistants API bereits am 26. August. Für sie nennt die Übersicht die Responses API und die Conversations API als Ersatz.
Welche Kosten entstehen bei einem Wechsel zu einem anderen KI-Tool?
Konkrete Preise nennt der Artikel nicht. Bei einem Wechsel können neben neuen Gebühren auch Aufwand für Einrichtung, Datenübernahme und angepasste Abläufe entstehen. Wie hoch die Belastung ausfällt, hängt vom jeweiligen Dienst ab. Vor einer Auswahl sollten Nutzer daher Exportmöglichkeiten und verfügbare Ersatzschnittstellen prüfen.
Wie belastbar ist die Zahl von 303 gescheiterten KI-Tools?
Die Zahl stammt aus dem Verzeichnis ToolDirectory.AI und gilt für den 15. September 2026. Dort sind 146 Tools vollständig verschwunden, 70 wurden gekauft und später eingestellt. Die Angabe ist eine Momentaufnahme dieses Verzeichnisses. Sie beschreibt daher nicht automatisch alle weltweit gescheiterten KI-Produkte.
Werden KI-Dienste künftig häufiger abgeschaltet?
Der Artikel belegt keine Entwicklung für die Zukunft. Er zeigt jedoch ein Muster: Größere Anbieter übernehmen vergleichbare Funktionen, kaufen kleinere Firmen oder ordnen ihr Portfolio neu. Dadurch kann ein Produkt trotz brauchbarer Technik verschwinden. Ob Abschaltungen tatsächlich häufiger werden, lässt sich aus den genannten Fällen nicht ableiten.
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