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Strategie & Management

SAP-KI: Neu eingestellt wird nur noch für Kern-KI-Rollen

Bloomberg beruft sich auf Mitglieder des SAP-Aufsichtsrats. Die UBS bestätigte am 8. September 2026 ein neutrales Rating mit einem Kursziel von 201 Euro.

Lukas GörögLukas Görög2 Min. Lesezeit
SAP-KI: Aufsichtsrat gibt Klein höchstens zwei Jahre
SAP-KI: Aufsichtsrat gibt Klein höchstens zwei Jahre

Bloomberg hat am 8. September 2026 eine Reportage über SAP veröffentlicht. Darin setzen Mitglieder des Aufsichtsrats den Konzern unter Zeitdruck: SAP brauche in den kommenden Monaten einen KI-Durchbruch, sonst falle das Unternehmen schmerzhaft hinter die Konkurrenz zurück. Optimisten in den Kontrollgremien halten laut dem Bericht zwei Jahre für ausreichend, einige Direktoren ein Jahr für realistischer. Bei der SAP-KI-Strategie geht es damit vor allem um Tempo.

Die Wirtschaftsredaktion von Bloomberg fasste das am selben Tag in einem Beitrag auf X zusammen: Klein habe den Konzern umgebaut und KI ins Zentrum gerückt, nun fragten Investoren, ob er liefern könne. Der eigentliche Test sei, ob SAP seine installierte BasisDie Gesamtheit der Kunden, die eine Software bereits im Einsatz haben. Sie liefert wiederkehrende Erlöse, ist aber schwer auf neue Modelle umzustellen. – also die Bestandskunden mit bereits laufenden Systemen – umziehen könne, bevor diese einen Wechsel auf konkurrierende Plattformen für unvermeidlich hielten.

SAP-KI soll nach Verbrauch kosten

Klein hat angekündigt, Kunden künftig nach tatsächlichem KI-Verbrauch abzurechnen statt über klassische Subskriptionen. Seine Begründung: KI sei so mächtig, dass sie viele Aufgaben automatisiere, und die Preise sollten den realen Einsatz abbilden. Das berichtete Investing.com unter Berufung auf Bloomberg, der Beitrag wurde am 6. September 2026 redaktionell aktualisiert. Seit Juli 2026 baut SAP zugleich sogenannte „forward-deployed engineeringEntwicklerteams, die direkt beim Kunden arbeiten und dort passende Anwendungen bauen, statt nur Standardsoftware auszuliefern.“-Teams auf, die direkt beim Kunden KI-Anwendungen auf SAP-Technologie entwickeln. Der Assistent JouleSAPs KI-Assistent, der Fragen zu Geschäftsdaten beantwortet und Aufgaben in SAP-Anwendungen ausführen soll. und die Funktionen unter dem Namen Business AI sollen in die Kernabläufe des ERPSoftware für die zentralen Geschäftsprozesse eines Unternehmens, etwa Buchhaltung, Einkauf und Logistik. SAPs Kerngeschäft. wandern. KI läuft dann als Teil der Prozesse und nicht als Zusatzmodul.

Neu eingestellt wird nur für KI-Rollen

Bezahlt wird der Umbau aus dem laufenden Betrieb. Interne E-Mails, auf die sich CIO beruft, beschränken Neueinstellungen auf ausgewählte Profile, überwiegend Kern-KI-Rollen, die für den langfristigen Erfolg entscheidend seien. Dienstreisen ohne Bezug zur KI-Entwicklung sind ausgesetzt, zusätzlich prüft der Konzern Einsparungen bei Lieferanten. SAP bestätigte den Kurs in einer Stellungnahme, die Investing.com zitiert: Die neue Struktur bringe „KI, Daten und Kernapplikationen näher zusammen“ und ziele auf ein „AI-driven Autonomous Enterprise“, also einen weitgehend selbststeuernden Betrieb.

Der Kapitalmarkt bleibt zurückhaltend. Die UBS bestätigte für die SAP-Aktie ein neutrales Rating mit einem Kursziel von 201 Euro – so fasst es eine Finanzübersicht von Perplexity zum 8. September 2026 zusammen. Dort sind auch Herabstufungen von Grupo Santander und AlphaValue/Baader Europe vermerkt. Als Vergleich nennen die Analystenkommentare Microsoft und Salesforce, deren KI-Produkte zweistellige Kursgewinne ausgelöst haben.

Konkrete Termine für weitere KI-Funktionen über Joule und Business AI hinaus nennt keiner der Berichte, ausgewiesene Umsatzziele aus KI-Produkten für 2026 und 2027 ebenso wenig. Klein wettet darauf, dass tief eingebettete KI-Abläufe die Bestandskunden im System halten. Wer heute über eine ERP-Plattform entscheidet, kann bisher nur die Ankündigungen prüfen. Belegt ist der Umbau, nicht sein Ergebnis.

Häufige Fragen

Ist die Frist von zwei Jahren für Christian Klein offiziell?

Nein. Die Frist stammt aus der Einschätzung von SAP-Aufsichtsratsmitgliedern, über die Bloomberg am 8. September 2026 berichtete. Optimistische Direktoren hielten zwei Jahre für ausreichend, andere nannten ein Jahr realistischer. Eine öffentlich bestätigte Vorgabe des Aufsichtsrats oder eine feste Frist für Klein geht aus dem Bericht nicht hervor.

Warum ist die installierte SAP-Basis für die KI-Strategie so wichtig?

SAP hat bereits viele Unternehmen mit laufenden ERP-Systemen. Diese Kunden zu neuen KI-Funktionen zu bringen, könnte für den Konzern schneller Umsatz schaffen als die Gewinnung völlig neuer Kunden. Zugleich will SAP verhindern, dass Bestandskunden zu konkurrierenden Plattformen wechseln. Genau diesen Wechseldruck beschreibt Bloomberg als zentralen Test für Kleins Strategie.

Kann eine verbrauchsbasierte Abrechnung SAP-KI für Kunden teurer machen?

Das lässt sich ohne konkrete Preise nicht pauschal beantworten. Bei einer verbrauchsabhängigen Abrechnung hängt die Rechnung stärker davon ab, wie oft und in welchem Umfang KI-Funktionen laufen. Klein begründet das Modell damit, dass die Kosten den tatsächlichen Einsatz abbilden sollen. Für Kunden wird deshalb entscheidend, wie transparent SAP Verbrauch misst und Budgets begrenzt.

Was ändert sich für Unternehmen, wenn Joule direkt im ERP arbeitet?

Joule und Business AI sollen laut dem Bericht nicht nur als zusätzliche Chatbots neben dem ERP laufen. SAP will sie in bestehende Geschäftsabläufe einbauen. KI könnte dann Aufgaben innerhalb dieser Prozesse übernehmen oder vorbereiten. Welche Funktionen verfügbar sind und wie zuverlässig sie arbeiten, hängt jedoch von der jeweiligen SAP-Umgebung und den freigeschalteten Angeboten ab.

Welche Aufgabe haben SAPs „forward-deployed engineering“-Teams?

SAP baut seit Juli 2026 Teams auf, die direkt bei Kunden arbeiten. Sie sollen KI-Anwendungen auf SAP-Technologie entwickeln, statt nur allgemein nutzbare Funktionen bereitzustellen. Das kann die Anpassung an konkrete Geschäftsprozesse beschleunigen. Zugleich steigt der Aufwand pro Kundenprojekt. Der Bericht nennt keine Details zu Preisen, Teamgrößen oder den ersten Einsatzunternehmen.

Was passiert, wenn SAP beim KI-Umbau nicht schnell genug liefert?

Dann könnte der Druck von Investoren und Aufsichtsrat auf Klein steigen. Bloomberg zufolge fürchten Mitglieder des Kontrollgremiums, SAP falle schmerzhaft hinter die Konkurrenz zurück. Für Kunden wäre ein langsamer Ausbau problematisch, wenn konkurrierende Plattformen schneller brauchbare KI-Funktionen anbieten. Welche personellen oder strategischen Folgen ein Scheitern hätte, ist bisher nicht bekannt.

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