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Praxiswissen

So prüfen Sie mit Gemini, ob Bilder, Videos und Audio von Google-KI stammen

Die Prüfung in Gemini erkennt Spuren von Google-KI und signierte Herkunftsangaben. Ob eine Datei echt ist, beantwortet sie nicht.

Lukas GörögLukas Görög
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Symbolbild: Eine Hand hält ein Smartphone, auf dem ein Foto mit einer Lupe und einem kleinen Prüfsiegel überlagert ist. Daneben liegen ausgedruckte Videostandbilder und eine Tonspur-Grafik.
Symbolbild: Eine Hand hält ein Smartphone, auf dem ein Foto mit einer Lupe und einem kleinen Prüfsiegel überlagert ist. Daneben liegen ausgedruckte Videostandbilder und eine Tonspur-Grafik.

Anfang 2024 saß ein Finanzmitarbeiter des britischen Ingenieurkonzerns Arup in Hongkong in einer Videokonferenz, in der sein Finanzchef und weitere Kollegen zu sehen waren. Alle waren Deepfakes, also mit KI erzeugte Fälschungen von Gesicht und Stimme. Der Mitarbeiter überwies laut CNN rund 25,6 Millionen US-Dollar. Würde in Ihrem Unternehmen jemand die Fälschung bemerken? Mit bloßem Auge lässt sich immer schwerer sagen, ob ein Video, eine Sprachnachricht oder ein Foto echt ist.

Google bietet in seiner KI-App Gemini deshalb eine Prüfung an. Stellen Sie sich vor, Gemini sucht nach zwei Dingen: einem unsichtbaren Stempel und einem Etikett. Gemini erkennt nur den Stempel von Google-KI, und das Etikett lässt sich abreißen. Findet Gemini keines von beiden, heißt das nicht, dass die Datei echt ist.

Gemini prüft einen Stempel und ein Etikett

Grundlage dieser Anleitung ist die Gemini-Hilfe zur Prüfung von KI-Inhalten, Stand 29. Oktober 2026.

Der Stempel heißt SynthIDEin Google-Verfahren, das unsichtbare digitale Wasserzeichen in Bilder, Videos und Audio einbettet, die mit Google-KI erzeugt oder bearbeitet wurden. Prüfwerkzeuge können das Wasserzeichen später erkennen.. Google bettet dieses unsichtbare Wasserzeichen in Bilder, Videos und Audio ein, die seine KI-Modelle erzeugen oder bearbeiten. Laut Gemini-Hilfe bleibt es in der Regel erhalten, wenn eine Datei skaliert, neu eingefärbt oder komprimiert wird, nach vielen Änderungen kann es aber unerkennbar werden. Laut Gemini-Hilfe haben andere Unternehmen begonnen, SynthID zu nutzen. Gemini erkennt darüber trotzdem nur Inhalte, die mit KI-Werkzeugen von Google erstellt wurden.

Das Etikett heißt Content CredentialsEin signierter Herkunftsnachweis für digitale Inhalte. Er dokumentiert Ursprung und Bearbeitungsverlauf einer Datei und ob KI-Werkzeuge beteiligt waren, beweist aber keine Echtheit.. Es ist ein Herkunftsnachweis nach einem Branchenstandard der Coalition for Content Provenance and Authenticity (C2PA). Er dokumentiert, woher ein Inhalt stammt und wie er bearbeitet wurde, und wird vom App- oder Gerätehersteller kryptografisch signiert, also mit einer digitalen Unterschrift versehen, die spätere Änderungen erkennbar macht. Laut Gemini-Hilfe sagen Content Credentials nicht sicher, ob eine Datei mit KI erzeugt wurde. Als MetadatenZusatzangaben in einer Datei neben dem eigentlichen Inhalt, etwa Kamera und Aufnahmezeit. Sie können beim Umwandeln oder Kopieren absichtlich oder versehentlich verloren gehen., also Zusatzangaben in der Datei, können sie laut C2PADie Coalition for Content Provenance and Authenticity. Sie hat den Standard für Content Credentials entwickelt, den viele Produkte verschiedener Hersteller unterstützen. absichtlich oder versehentlich entfernt werden. Das passiert etwa beim Umwandeln oder per Bildschirmfoto.

So prüfen Sie eine Datei in Gemini

Sie brauchen ein privates Google-Konto oder ein berechtigtes Konto von Google Workspace, der Bürosoftware von Google für Firmen. Content Credentials prüft Gemini laut englischer Hilfeseite im Browser und in der Android-App, für die iOS-App kündigt Google die Funktion an (Stand 29. Oktober 2026).

  1. Öffnen Sie Gemini im Browser oder die Gemini-App und melden Sie sich an.

  2. Klicken Sie auf «Dateien hinzufügen» und laden Sie genau eine Datei hoch (höchstens 100 MB, Videos kürzer als 90 Sekunden, Audio kürzer als eine Stunde). Nutzen Sie nach Möglichkeit die Originaldatei, nur sie enthält die eingebetteten Angaben.

  3. Fragen Sie etwa: «Wurde dieses Bild von Google AI erstellt oder bearbeitet?»

  4. Lesen Sie die Antwort vollständig. Bei Videos nennt Gemini die Abschnitte, in denen ein Wasserzeichen gefunden wurde.

  5. Sichern Sie bei geschäftlich relevanten Fällen das Ergebnis per Bildschirmfoto mit Datum.

Was das Ergebnis bedeutet und was nicht

Der Stempel (SynthID)

  • Stempel gefunden: Die Datei wurde ganz oder teilweise mit Google-KI erstellt oder bearbeitet. Das heißt nicht, dass die gesamte Datei künstlich ist.

  • Kein Stempel: Laut Google kein Hinweis auf Google-KI. Die Datei kann trotzdem von einem anderen KI-System stammen, nach starker Bearbeitung kann ein Wasserzeichen zudem unerkennbar sein. Ein Echtheitsbeweis ist das nicht.

  • Ergebnis unklar: Zu wenig Details für ein Wasserzeichen oder eine zu kleine Bearbeitung. Eine Entwarnung ist das nicht.

Das Etikett (Content Credentials)

  • Etikett vorhanden: Gemini zeigt Bearbeitungsverlauf, KI-Einsatz und das signierende Unternehmen. Die Angaben stammen von Herstellern.

  • Etikett ungültig: Der Verlauf wurde verändert, oder das Format wird nicht unterstützt oder ist fehlerhaft. Automatisch eine Fälschung ist das nicht, auch ein Programmfehler kann die Ursache sein.

  • Kein Etikett: Die Datei enthält keinen lesbaren Herkunftsnachweis. Ein Verdacht ist das nicht. Laut Content Authenticity Initiative sind Content Credentials noch nicht flächendeckend verbreitet.

Zwei weitere Werkzeuge erweitern den Blick

Der SynthID Detector von Google steht laut Google seit dem 7. Oktober 2026 weltweit auf Englisch offen. Er erkennt laut Google auch Stempel von Partnern wie OpenAI, NVIDIA, Kakao und Apple, aber nur SynthID-Wasserzeichen, keine anderen wie die von Meta, und verlangt eine Anmeldung mit einem Konto von Google, OpenAI oder Apple. Apple steht im Blogbeitrag in der Fassung vom 29. Oktober 2026. Laut Apple unterstützt iOS 27.2 SynthID für Bilder aus Fotos und Image Playground. Wasserzeichen lassen sich laut Engadget in manchen Fällen entfernen.

Etiketten im Detail zeigt das Werkzeug Verify der Content Authenticity Initiative. Die Gemini-Hilfe nennt zudem die umgekehrte Bildersuche und den Blick auf typische Fehler wie unleserlichen Text oder fehlerhafte Hände.

Warum keine Dateiprüfung reicht

Im Fall Arup überwies der Mitarbeiter nach der gefälschten Videokonferenz laut Polizei (Hongkonger Regierung, ohne Firmennamen) 200 Millionen Hongkong-Dollar, laut CNN rund 25,6 Millionen US-Dollar in 15 Transaktionen. Arup bestätigte gegenüber CNN, dass gefälschte Stimmen und Bilder eingesetzt wurden.

Eine laufende Videokonferenz lässt sich nicht in Gemini hochladen, und ein Betrüger muss keine Google-KI verwenden. Gegen Betrug in Echtzeit schützen vor allem Abläufe, die nicht von einem einzelnen Eindruck abhängen.

Diese Regeln sollten in Ihrem Unternehmen gelten

Stempel und Etikett prüfen die Datei. Ihre Regeln prüfen die Situation.

  • Zahlungen und vertrauliche Freigaben erfolgen nie allein auf Anweisung per Video, Sprachnachricht oder Chat.

  • Ungewöhnliche Anweisungen werden per Rückruf unter einer bekannten Nummer bestätigt, nicht unter der Nummer aus der Nachricht.

  • Hohe Beträge gibt eine zweite Person frei.

Außerdem:

  • Verdächtige Dateien prüfen Sie in Gemini, im SynthID DetectorEin Prüfwerkzeug von Google im Web. Es erkennt SynthID-Wasserzeichen von Google und Partnern wie OpenAI, NVIDIA, Kakao und Apple (bei Apple laut Apple nur Bilder aus Fotos und Image Playground ab iOS 27.2) und verlangt eine Anmeldung. und in Verify, und Sie werten ein negatives Ergebnis nie als Beweis für Echtheit.

  • Finanz-, Personal- und Assistenzteams werden mit konkreten Fällen wie Arup geschult.

Ein fehlender Stempel ist keine Entwarnung. Ihren besten Schutz bauen Sie nicht in Gemini, sondern in Ihre Freigabeabläufe.

Häufige Fragen

Kann Gemini erkennen, ob ein Bild mit KI erstellt wurde?

Nur eingeschränkt. Gemini prüft, ob ein Bild, Video oder eine Audiodatei das unsichtbare Wasserzeichen SynthID von Google trägt, und liest vorhandene Content Credentials aus. Laut Gemini-Hilfe erkennt Gemini über SynthID nur Inhalte, die mit KI-Werkzeugen von Google erstellt oder bearbeitet wurden. Inhalte aus anderen KI-Programmen kann Gemini über SynthID nicht zuverlässig erkennen.

Ist ein Bild echt, wenn Gemini kein SynthID-Wasserzeichen findet?

Nein. Ein fehlendes Wasserzeichen bedeutet laut Google nur, dass Gemini keinen Hinweis auf Google-KI gefunden hat. Sie kann trotzdem von einem anderen KI-System stammen. Nach vielen Bearbeitungsschritten kann zudem auch ein vorhandenes Wasserzeichen unerkennbar werden. Für eine Einschätzung brauchen Sie weitere Prüfwege und den Kontext der Datei.

Wie groß darf eine Datei für die Prüfung in Gemini sein?

Pro Prüfung ist genau eine Datei mit höchstens 100 MB erlaubt. Videos müssen kürzer als 90 Sekunden sein, Audiodateien kürzer als eine Stunde. Innerhalb von 24 Stunden sind laut Gemini-Hilfe etwa 10 Bild-, 10 Video- und 10 Audioprüfungen möglich, bei Videos zusammen bis zu fünf Minuten, bei Audio bis zu drei Stunden (Stand 29.10.2026).

Was sind Content Credentials?

Content Credentials sind ein Standard der Coalition for Content Provenance and Authenticity (C2PA). Sie halten fest, woher ein Bild, Video oder eine Audiodatei stammt und wie sie bearbeitet wurde, und werden vom Hersteller der App oder des Geräts kryptografisch signiert. Sie zeigen, ob KI-Werkzeuge beteiligt waren, beweisen aber nicht sicher, ob ein Inhalt KI-generiert ist. Als Metadaten in der Datei können sie absichtlich oder versehentlich entfernt werden, etwa beim Umwandeln oder per Bildschirmfoto. Fehlen sie, sagt das nichts über die Echtheit.

Was ist der Unterschied zwischen Gemini und dem SynthID Detector?

Gemini erkennt über SynthID nur Inhalte von Google-KI (Stand 29.10.2026) und liest zusätzlich Content Credentials aus. Der SynthID Detector prüft laut Google auch Wasserzeichen von Partnern wie OpenAI, NVIDIA, Kakao und Apple (bei Apple laut Apple nur Bilder aus Fotos und Image Playground ab iOS 27.2). Er ist seit dem 7. Oktober 2026 weltweit auf Englisch verfügbar und verlangt eine Anmeldung mit einem Konto von Google, OpenAI oder Apple. Auch der Detector findet nur SynthID-Wasserzeichen, Inhalte mit anderen oder ohne Wasserzeichen erkennt er nicht.

Wie schützen sich Unternehmen vor Deepfake-Betrug per Videoanruf?

Eine Dateiprüfung hilft bei laufenden Videoanrufen nicht. Wirksamer sind feste Abläufe: Zahlungen nie allein auf Anweisung per Video oder Sprachnachricht, Rückruf unter einer bekannten Nummer und eine zweite Freigabe bei hohen Beträgen. Der Fall Arup zeigt das Risiko. Dort überwies ein Mitarbeiter 2024 nach einer gefälschten Videokonferenz rund 25,6 Millionen US-Dollar.

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